Archiv für Mai 2009

SSM – Tag 5

Mai 30, 2009

Vollbracht,

ist es nach diesem Tag.
   Zum Frühstücken habe ich keine rechte Lust mehr, außerdem hab ich auch schon alles durch, was es da an potenzieller Auswahl gegeben hat. 
   Um es mir heute zum Abschluss nicht gar so schlimm zu machen, nehme ich mir zwei Donuts.
   Was ich zum ersten Mal bereue, als ich an der Kasse 1,60 für diese fiesen kleinen Dinger ausgeben muss.
   Und zum zweiten Mal, nachdem ich das Zeug gegessen habe – spätestens nach dem ersten Donut (mit Schokoladenüberguss) war mein Mund dermaßen versüßt und bappich, dass ich versucht war, den anderen gerade in die Tonne zu befördern. Denn der war noch schlimmer. Mit Vanille gefüllt das Teil.
   Dieses ekelhaft Süßliche bleibt die ganze nächste Schulstunde penetrant im Mund. So schnell werde ich keinen Donut mehr anrühren.

Zwei Donuts

1,60€ für zwei Donuts – schon billiger gesehen

Mein letztes Mittagessen ist … überschaubar. Woran das liegt? Die Mensa hat an diesem Freitag schon größtenteils Feierabend gemacht, als ich nach der fünften Stunde mir ein Eis besorge. Ein kleines Capri. Für sechzig Cent.
   Ein versöhnlicher Abschluss, wie ich finde, auch wenn der Preis mal wieder ein wenig über meinen Vorstellungen liegt, sehe ich im Internet, das eine 9er-Packung etwa 1,99-2,49 kostet …

Caprieischen
kleines Capri – großer Preis: 0,60€

   Nun ja.
   So geht’s halt Gott sei Dank mal zu Ende.
   Fazit: Glatte 19€ habe ich in fünf Tagen ausgegeben. Satt geworden bin ich in den seltensten aller Fälle und gesund war – das Wenigste. Ich bin auf heillos überteuerte Preise gestoßen und wirklich nicht apetitlich aussehende Geschichten – die genau so auch schmeckten. Oder noch schlimmer.
   Für mich selber bedeutet das: In der Mensa ess ich nicht mehr so schnell. Und wenn es sich vermeiden lässt, würde ich das sofort auch jedem anderen raten: Denn das Geld schmilzt wie sonst was und so richtig was geboten bekommt man dafür nicht wirklich.
   Insgesamt ist es eigentlich fast skandalträchtig, wie hoch die Preise sind. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Mensa keine Miete, keinen Strom, kein Wasser bezahlen muss. DYNAMITE wird da mal demnächst ein wenig nachrecherchieren, da ich mir kaum vorstellen kann, wie so hohe Preise dann noch zustande kommen können.

rev

SSM – Tag 4

Mai 28, 2009

Schließlich,

war es geschafft, der letzte qualvolle Bissen vollbracht, eine Woche des Schreckens beendet …
   „Sch– ade“, der erste Gedanke nach dem Aufwachen.
   Ja, das Frühstück. Abwechslung pur, heute das letzte belegte Brötchen ausprobiert: Mit Schinken. Morgen muss ich zum Abschluss mich wohl wiederholen; das Angebot zum Frühstück ist in der Mensa auf Dauer echt riesig.
   Ähm, ja, Eierscheiben auf das Frühstücksbrot zu tun, ist … innovativ. Über die Gurken hab ich mich schon mal beschwert, sie schmecken noch immer … siehe Dienstag. Salat ist nährstoffreich und sonst – naja, irgendwo billig eben. 1,20€ sind trotzdem wieder vernichtet.
   Die Eier schmecken nicht.

Sammelsurium Frühstück
Frühstücksbrötchen: 1,20€. Gurken. Eier. Zum Frühstück. Mmmh. : (

Langsam hab ich übrigens keine Lust mehr. Aber das nur nebenbei.
   Mein Mittagessen besteht aus 0,1l Wasser (wg. Hauptgericht umsonst, Freude!), Fisch, Kartoffeln und Soße. Und Suppe. 3,10€. Irgendwie war die Suppe am Dienstag noch nicht da gewesen. Wenn sie heute gefehlt hätte, wäre es auch eigtl. besser gewesen (s. nächste Zeilen). An dieser Stelle darf sich jeder freuen, dass es keinen Geruchsblog gibt, denn na ja … das Bild gibt genauer Auskunft.

Mittagessen - zum Vergessen
3,10€ – Fisch, Kartoffelpampe, „grüne“ Soße und versalzene Suppe und Mineralwässerli - Dürfte noch schlimmer schmecken, als es aussieht  

Die Suppe ist grausam. Ich frage mich, wie sie geschmeckt hätte, wenn meine Geschmacksnerven noch richtig intakt gewesen wären. So jedenfalls schmeckt sie noch immer absurd versalzen und die Käsestückchen (die übrigens nur aussehen wie Käse) schmecken wie Instant-Gummikäse, wobei von schmecken keine Rede sein kann.
   Nach der Hälfte vom Fisch mag ich nicht mehr. Er tut mir Leid. Ich will nur noch kapitulieren. Aber is’ nich’ und so ertrage ich tapfer den tranig-öligen Fisch, das Kartoffelmischmasch-whatever und die „grüne Soße“ (die sehr „grün“ aussieht). So genau unterscheid ich zwischen dem Zeug eh nicht mehr, was weg ist, ist weg. 
   Minus 4,30€ stehen bei mir heute zu Buche.
   Noch ein Tag. 
   Ich hab bald kein Geld mehr.
   Ein verfluchter Tag.

SSM – Tag 3

Mai 27, 2009

Huii,

die gute Nachricht zuerst: Ich lebe noch. Die schlechte: Drei Tage hab ich noch vor mir …
   Frühstück. Ich habe wieder die Ehre, mich am BelegteBrötchenBuffet bedienen zu dürfen und entscheide mich heute für das Sonnenblumenkörnerbrötchen mit Käse. 1,50€ gebe ich dafür aus.
   Es wird eine Heidenqual. 15 geschlagene Minuten verbringe ich damit, dieses harmlos anmutende Brötchen irgendwie runterzubekommen. Noch nie habe ich so was verdammt trockenes gegessen, das Zeug wird dermaßen Zement im Mund, wer soll so was bitteschön essen wollen?!?
   Meine Empfehlung an die Mensachefs dieses Erdkreises: Esst euer Zeug erstmal selber, bevor ihr es verkauft. Da ließen sich einige Sachen vermeiden …

Käsebrötchen

Warum ich bloß schon beim Anblick nicht misstrauisch geworden bin (siehe Oberseite Brötchen)

Frühstück seziert
1,50€ für: Das obligatorische Salatblatt, eine Tomatenscheibe, drei Käseecken, Butter, Brötchen mit Sonnenblumenkernen

Nun gut, zum Mittagessen. Ich beschließe, heute preislich nicht so pompös zu speisen und begnüge mich mit einem Stückchen Pizza. Gut, kostet mich immer noch 2€. Samt dem 0,1l Wasser, das ich gestern zu dem „Hauptgericht“ noch umsonst erhielt, komme ich auf 2,30€. Da muss ich unwillkürlich daran denken, dass 1,5l Mineralwasser beim Lidl nur 0,19€ kosten, wenn man das so runterrechnet, kommt man auf 1,3 cent pro 0,1l, was bedeuten könnte, dass die Mensa Margen von fast 3000% mit dem Verkauf von diesem Wasser erzielt – wer hat sich noch mal über Ackermanns 25% beschwert?

mensa 3 003

2,30 für Pizzastückchen und Wässerchen

Die Pizza ist enorm tomatensoßenlastig und enthält außer Teig noch: ein paar kleine Stückchen Salami, Käse.
   Gut, Klasse hatte ich eh schon abgeschrieben, Masse langsam auch. 
   Mir drängt sich so gaaanz langsam der Verdacht auf, die Mensa missbraucht massiv ihre Monopolstellung.

Zum Abschluss dieses Tages notiere ich mir an der Kasse bei Nachfrage die Preise der Süßigkeiten – weil nirgends (!!) ein Aushang dazu ist. Ich hatte sogar einige Momente mit dem Gedanken gespielt, mal ganz provokant einfach alle Süßigkeiten einfach zu nehmen – steht ja nirgends, dass die was kosten (In Deutschland besteht übrigens Lebensmittelkennzeichnungspflicht). Aber ich hab schon, äh, genug, äh, provokante Dinge in letzter Zeit, äh, gemacht.
So viel also zu diesem Tag. Noch zwei.
   : //

SSM – Tag 2

Mai 26, 2009

Vorfreude,

warum gibt es verdammt noch mal kein gegenteiliges Wort dazu? Denn genau ein solches hätte ich heute Morgen gebraucht, als ich mich in der ersten Pause daran machte, mein Frühstück zu beschaffen. 
   Gut, nachdem ich Brezel und Schokocroissant gestern hatte, mache ich mich heute an das BelegteBrötchenBuffet. Die Auswahl ist überwältigend: Brötchen mit Salami, Brötchen mit Schinken (?) und Brötchen mit Körnern und Käse. Ich entscheide mich für Salami, da kann man nicht so viel falschmachen – denke ich zumindest. 

Salamibrötchen

1,20€ zum Frühstück – was von außen unscheinbar aussieht …

Salamibrötchen - von innen

… entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als spannende Geschichte

Nachdem ich an der Kasse brav meine 1,20€ bezahle, seziere ich mein Frühstück erst einmal. Und wundere mich über die Vielfalt! Zwei Salamischeiben, die ganz nebenbei wie die billigsten aus dem Supermarkt ausschauen, Butter auf den zwei Brötchenhälften, ein dekorativ anmutendes Salatblatt (ideal, um Masse vorzutäuschen) und - zwei saure Gürkchenscheiben.
   Hä? Was haben denn die bitteschön auf meinem Frühstücksbrötchen zu suchen? Wer bittesehr isst saure Gurken zum Frühstück? … Wie gesagt, Vorfreude …
   … Die sich schon beim ersten Bissen bestätigt. Dieses saure Zeug, verdammt, was soll das? Ey, saure Gurken auf Hamburgern – okay, solangs auch nur eine ist. Aber gleich zwei auf diesem … Ding – wer sich das einmal kauft, wirds wahrscheinlich kein zweites Mal mehr tun.
   Und das hat seinen Grund wahrscheinlich auch im Preis; ich beschließe, mal demnächst mir selbst ein nahezu identisches Brötchen zu machen, mal sehen, wie viel ich da bezahlen muss.

   Wer jetzt denkt, saure Gurken zum Frühstück, das ist ja fast untopbar, dem sei gesagt: Es steht noch eine leckere Mensamahlzeit an diesem Tage aus. Bevor es jedoch so weit ist, bekomme ich etwa eine Stunde nach meinem Salamibrötchen noch einen letzten Gruß von meinen Lieblingsgurken in Form sehr saurer Säure in den Mund und kann mich sehr froh schätzen, dass dieses Zeug nicht darüber hinaus gelangt. 
   Ja, das Mittagessen. Chrm, Bilder sagen mehr als tausend Worte, lautet so ein Sprichwort, also bittesehr: 

Reis mit Zerschnetzeltem

Mein Mittagessen – proudly presenting Reis mit braunem Etwas – samt Cola für unschlagbare 4,10€!

Über Geschmäcker lässt sich ja bekanntlich streiten, aber man darf mir glauben: Das Zeug da schmeckt nicht, um sachlich zu bleiben. 3,10 gebe ich für das Essen und das kleine Mineralwässerchen links aus – selten habe ich Geld so nachgeweint. Interessant auch: Die Cola (rechts oben im Bild) kostet mich einen Euro – o,2 Liter. Noch interessanter: Seit einiger Zeit ist die Cola an den Getränkeautomaten (0,5l kostete 1,20 zzgl. Pfand) nicht mehr zu kaufen – komisch …
   Eine Blitzanalyse meines Mittagessens hat folgende Zutaten zutage gebracht:
-  halber Teller Reis
-  viel Soße mit viel saurem (!) Curry
-  bis zur geschmacklichen Unkenntlichkeit zerkochte Ananansstücklis
-  Fleischstückelchen
-  ein Champignonfetzen
-  sehr passende gelblich-saure Weinträubchen (sehr gruselig im Geschmack)
-  das Highlight: eine halbe rot glühende Kirsche (?) oder irgendwas in der Art

5,30€ habe ich heute ausgegeben – für geschmackliche Höhenflüge der Extraklasse. Ich freu mich schon sooo auf morgen. Mensch, dieses dumme Fleischstück klemmt auch noch zwischen den Zähnen, wo sind die Zahnstocher, verdammt?!?

SSM – Tag 1

Mai 25, 2009

So,

es hat also begonnen, das einwöchige In-der-Mensa-ess-Experiment (Frühstück, Mittagessen).
   In der ersten Pause nehme ich meine erste Mahlzeit zu mir und entscheide mich dank eines riesigen Frühstücksangebots für ein kleines Schokocroissant und eine kleine Brezel. An der Kasse bin ich dann gleich um 1,80€ leichter. Das Croissant, ein Riesending (siehe Photo), gekauft für einen Euro, ist in Windeseile verschlungen und geht geschmacklich noch einigermaßen, bevor es ans Eingemachte geht: Die Brezel. Genauer: die eher schon laukalte Brezel. Gut zehn Minuten bin ich damit beschäftigt, dieses verdammte Ding runterzuwürgen, dabei ist auch die Brezel nicht all zu groß. Aber so himmlisch trocken!
   Eine rasche Recherche am Computer hat übrigens ergeben, dass so eine Brezel, die ich für achtzig Cent gekauft habe, bei Kamps auf der Straße 50cent kostet – gleiche Größe. Vereinzelt gibt es sogar, wie hier gesehen, nur noch in den Ofen zu schiebende Zehnerbrezelpacks für 1,99€ – macht zwanzig Cent pro Brezel. Nimmt man also an, dass die Mensa den niedrigsten auf den Markt erreichbaren Preis nimmt, so bleibt ein Profit pro verkaufter Brezel von 60 cent – den Mengenrabatt nicht einmal eingerechnet. Die Nebenkosten übrigens auch nicht, weil die Mensa keine hat - Strom, Wasser, Miete – sie muss für nichts bezahlen. 
  

Frühstück

1,80 kostet dieses riesige Frühstück

Nach dem Frühstück bleibt der Satz: Satt ist anders – aber gut. Nach Schulende, ich muss zum Bus, besorge ich mir ein unwiderstehliches Frikadellenbrötchen. Zwei Euro gehen für das gute Stück drauf. Das Fleisch trieft vor Fett und schmeckt ansonsten nicht unbedingt hochwertiger als beim McDonalds um die Ecke. Eingeklemmt in zwei Brötchenhälften, die ziemlich nach Billigstbrötchen aussehen, und sonst nichts verleitet diese Mahlzeit eigentlich höchstens zum Sofortwegwerfen, aber dann habe ich doch Mitleid mit meinen zwei Euros und esse tapfer.
   Als ich fertig bin ist mein Mund schon wieder ausgetrocknet und noch dazu fetttriefend. Ich beschließe, mir das nächste Mal etwas zu Trinken dazuzunehmen, auch wenn mein Budget arg mit mir schimpfen wird.

Brötchen vor Straße

Das Frikadellenbrötchen im Profil - liebevoll zubereitet.

Innenleben Frikadellenbrötchen

Des 2€-Mittagessens Innenleben – zwei Brötchenhälften und ein Fleischklops

Was bleibt von diesem Tag? Nach dem Brötchen ein bedrückendes Gefühl in der Magengegend und 3,80€ auf der Ausgabenliste – jeder Cent davon gerechtfertigt?
   Dieser Frage gehe ich in den nächsten Tagen noch auf den Grund, bis dahin,
   der leidende Reporter.

SuperS**ize me

Mai 24, 2009

Aufwachen,

gutes Stichwort. Nach Wochen, gar Monaten des gepflegten Müßiggangs wird dieser Blog reaktiviert. 
   Und zwar mit einer (mehr oder minder sachlichen) Reportage. Worüber? Eine unbekannte Schulmensa irgendwo in Deutschland.
   Eine Woche lang wird sich der Reporter Frühstück und Mittagessen einflößen und dazwischen auch mal was für zwischendurch. Wie es ihm gerade passt. Ohne Rücksicht auf Verluste. Auch, was den Geldbeutel anbelangt, der schätzungsweise leicht schmaler am Ende der Woche sein dürfte.
   Seine aktuelle Gemütslage wird er in einem täglichen Posting darlegen, geschmückt mit “attraktiven“ Bildern und so was. Umfragen halt und Preisvergleiche noch. Und alles, was eben noch so einfällt. 
   Morgen also Teil eins des dramatischen Fünfteilers. Lesen lohnt sich. Vielleicht.

P.S.: Name dieser Reportage entstand in Anlehnung an Morgan Spurlocks Mc-Donalds-Reportage.

rev

Ätsch

Mai 1, 2009

Ja,

einige Mitglieder der DYNAMITE sind schon ziemlich faul und behäbig. Aus diesem Grund keine neue Ausgabe zurzeit. Wann dann? Keine Ahnung, irgendwann halt. Sobald wieder Lust gehabt wird eben. Aber dann auch richtig. Versprochen.