So,
es hat also begonnen, das einwöchige In-der-Mensa-ess-Experiment (Frühstück, Mittagessen).
In der ersten Pause nehme ich meine erste Mahlzeit zu mir und entscheide mich dank eines riesigen Frühstücksangebots für ein kleines Schokocroissant und eine kleine Brezel. An der Kasse bin ich dann gleich um 1,80€ leichter. Das Croissant, ein Riesending (siehe Photo), gekauft für einen Euro, ist in Windeseile verschlungen und geht geschmacklich noch einigermaßen, bevor es ans Eingemachte geht: Die Brezel. Genauer: die eher schon laukalte Brezel. Gut zehn Minuten bin ich damit beschäftigt, dieses verdammte Ding runterzuwürgen, dabei ist auch die Brezel nicht all zu groß. Aber so himmlisch trocken!
Eine rasche Recherche am Computer hat übrigens ergeben, dass so eine Brezel, die ich für achtzig Cent gekauft habe, bei Kamps auf der Straße 50cent kostet – gleiche Größe. Vereinzelt gibt es sogar, wie hier gesehen, nur noch in den Ofen zu schiebende Zehnerbrezelpacks für 1,99€ – macht zwanzig Cent pro Brezel. Nimmt man also an, dass die Mensa den niedrigsten auf den Markt erreichbaren Preis nimmt, so bleibt ein Profit pro verkaufter Brezel von 60 cent – den Mengenrabatt nicht einmal eingerechnet. Die Nebenkosten übrigens auch nicht, weil die Mensa keine hat - Strom, Wasser, Miete – sie muss für nichts bezahlen.

1,80 kostet dieses riesige Frühstück
Nach dem Frühstück bleibt der Satz: Satt ist anders – aber gut. Nach Schulende, ich muss zum Bus, besorge ich mir ein unwiderstehliches Frikadellenbrötchen. Zwei Euro gehen für das gute Stück drauf. Das Fleisch trieft vor Fett und schmeckt ansonsten nicht unbedingt hochwertiger als beim McDonalds um die Ecke. Eingeklemmt in zwei Brötchenhälften, die ziemlich nach Billigstbrötchen aussehen, und sonst nichts verleitet diese Mahlzeit eigentlich höchstens zum Sofortwegwerfen, aber dann habe ich doch Mitleid mit meinen zwei Euros und esse tapfer.
Als ich fertig bin ist mein Mund schon wieder ausgetrocknet und noch dazu fetttriefend. Ich beschließe, mir das nächste Mal etwas zu Trinken dazuzunehmen, auch wenn mein Budget arg mit mir schimpfen wird.
Das Frikadellenbrötchen im Profil - liebevoll zubereitet.
Des 2€-Mittagessens Innenleben – zwei Brötchenhälften und ein Fleischklops
Was bleibt von diesem Tag? Nach dem Brötchen ein bedrückendes Gefühl in der Magengegend und 3,80€ auf der Ausgabenliste – jeder Cent davon gerechtfertigt?
Dieser Frage gehe ich in den nächsten Tagen noch auf den Grund, bis dahin,
der leidende Reporter.


Mai 26, 2009 um 2:21
Ich bin ja sehr tolerant. Aber bei deratigem Masochismus bin ich dazu geneigt, diesen Grundsatz in die Tonne zu treten.
Mai 26, 2009 um 6:24
Tja, das Leben ist eben kein Ponyhof. : )
Tonne ist übrigens ein super Stichwort zu dieser ganzen Geschichte …